24. April 2026

SR Group: Mikronetz für Schwerlastverkehr mit Solar, Batterie und Hochleistungsladung

#Artikel #Idunn #Lösungen #Schnellladung
Idunn 400 bei der SR Group, die drei solcher und drei Idunn 80-Ladegeräte besitzt.

Kverneland Energi hat eine komplette Mikronetz-Anlage für den elektrischen Schwerlastverkehr an die SR Group geliefert, die 536 kWp Solarenergie, 675 kWh Batteriespeicher und 1.440 kW Ladeleistung kombiniert, in Echtzeit gesteuert durch das selbst entwickelte System Mimir. Die Anlage bietet volle Ladekapazität ohne kostspielige Netzaufrüstung: Mimir kappt Lastspitzen mit der Batterie (Peak Shaving) und priorisiert selbst erzeugten Solarstrom, sodass simultanes Schnellladen innerhalb der verfügbaren Netzkapazität möglich ist.

Faktenbox

Kennzahlen Wert
Anlagentyp Mikronetz für Schwerlastverkehr (Solar + Batterie + Hochleistungsladung)
Steuerungssystem Mimir (Kverneland Energi)
Photovoltaikanlage 536 kWp, geschätzte 470.000 kWh/Jahr
Batteriesystem (BESS) 675 kWh
Schnellladegeräte 3 × 400 kW DC (Idunn)
Depotladegeräte 3 × 80 kW DC (Idunn 80)
Gesamtladeleistung 1.440 kW verteilt auf 6 Ladepunkte
Funktionalität Peak Shaving, Energiearbitrage, Lastbalancierung, Reservemarkt
Fertigstellung 2026

Die Herausforderung: Kapazität und Lastspitzen

Der Übergang zu einer elektrischen Lkw-Flotte stellt extreme Anforderungen an das Stromnetz. Für die SR Group war die Herausforderung zweigeteilt. Der Bedarf an simultaner Schnellladung überstieg die verfügbare Kapazität des lokalen Stromnetzes. Gleichzeitig führen hohe Lastspitzen beim Laden zu kostspieligen Leistungsentgelten in den Netzkosten. Ziel war es, maximale Ladekapazität ohne teure und zeitaufwändige Netzaufrüstungen zu erreichen.

Die Lösung: strategische Energieintegration

Kverneland Energi lieferte ein komplettes Energiesystem, bei dem die Hardware durch das Steuerungssystem Mimir miteinander verbunden ist. Mimir fungiert als Gehirn der Anlage und sorgt dafür, dass der Energiefluss zwischen Solar, Batterie, Netz und Ladegeräten stets optimiert ist.

Die Kernkomponenten sind eine Photovoltaikanlage mit 536 kWp und einer geschätzten Jahresproduktion von 470.000 kWh, ein Batteriesystem mit 675 kWh (Batteriespeicher / BESS), das Lastspitzen kappt und Solarüberschuss speichert, sowie ein Ladepark mit drei 400 kW DC-Schnellladegeräten (Idunn) für Fahrzeuge im aktiven Betrieb und drei 80 kW DC-Depotladegeräten (Idunn 80) für Fahrzeuge mit längeren Standzeiten.

Wie funktioniert Mimir?

Ohne intelligente Steuerung würden die Komponenten unabhängig voneinander arbeiten. Mimir macht die Anlage durch drei Mechanismen zu einem intelligenten Mikronetz.

Peak Shaving: Mimir überwacht die Gesamtentnahme aus dem Stromnetz und speist automatisch Strom aus der Batterie ein, wenn der Ladebedarf die festgelegten Grenzen überschreitet, wodurch kostspielige Lastspitzen vermieden werden.

Optimierung der Solarenergie: Das System sorgt dafür, dass möglichst viel selbst erzeugter Strom direkt zum Laden verwendet oder in der Batterie gespeichert wird, anstatt unverarbeitet ins Netz eingespeist zu werden.

Lastbalancierung: Mimir verteilt die verfügbare Leistung nach Bedarf auf die Ladegeräte und kann in Zeiten geringen internen Bedarfs überschüssige Energie an andere Gebäude im Gewerbepark verteilen.

Ergebnisse

Durch Mimir und integrierte Energietechnologie erreicht die SR Group volle Ladekapazität unabhängig von Einschränkungen im externen Stromnetz, neue Einnahmequellen durch die Teilnahme am Reservemarkt und die Möglichkeit des Energieverkaufs an Nachbargebäude sowie volle digitale Kontrolle mit Echtzeitdaten zu Batteriezustand, eingespartem CO₂ und wirtschaftlichem Gewinn aus Arbitrage.

Was ist ein Mikronetz?

Ein Mikronetz (Microgrid) ist ein lokales Energiesystem, das seine eigenen Energieressourcen – Solarzellen, Batterien und Ladegeräte – unabhängig vom nationalen Stromnetz steuert. Was ein Mikronetz definiert, ist, dass es ein „Gehirn“ hat, bei Kverneland Energi ist dies Mimir, das jederzeit bestimmt, wohin der Strom fließen soll, damit der Betrieb so profitabel und effizient wie möglich ist.

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